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Kleines phraseologisches Wörterbuch der oberschlesischen Sprache im Bezirk Oppeln und Umgebung

Das „Kleine phraseologische Wörterbuch der oberschlesischen Sprache“  beschreibt im Bezirk Oppeln und Umgebung die Sprachverwandtschaft zu anderen westslawischen Sprachen wie der Tschechischen und Slowakischen.

In den Jahrzehnten des kommunistischen Polens wurde die oberschlesische Sprache und Kultur lediglich geduldet. Die Menschen wurden einer starken Polonisierung, sprich Assimilierung ausgesetzt. Die Verwendung der deutschen Sprache war ausnahmslos verboten. Die westslawische Sprache des Schlesisch – Wendischen  wurde oft genug zu Propagandazwecken missbraucht und von deutscher, wie polnischer Seite lediglich als polnischer Dialekt abgetan und so ihre eigenständige Qualität geleugnet.

Seit einigen Jahren kommt es zu einen regelrechten Revival, gerade unter jungen Leuten. Die beiden Vereine Danga http://www.danga.pl/ in Westoberschlesien (Woiwodschaft Oppeln) und Pro Loquela Silesiana http://silesiana.org.pl/ in Ostoberschlesien (Woiwodschaft Kattowitz) bemühen sich, die oberschlesische Sprache zu pflegen. Es entstand die erste Kinderfibel auf schlesisch, der Ślabikŏrz und sogar eine Variante für Erwachsene, der Ślabikórz niy dló bajtli.  Unter den bekannteren Befürwortern der Regionalsprache finden sich u.a. der Regisseur und Politiker Kazimierz Kutz, der Politiker Marek Plura, der Schriftsteller Szczepan Twardoch, der Journalist Michał Smolorz und die Sprachwissenschaftlerin Frau Prof. Jolanta Tambor.

Im polnischen Parlament, dem Sejm, läuft seit längerem ein Prozess der Prüfung  den oberschlesischen Dialekt als Regionalsprache anzuerkennen und zu kodifizieren. Die Regionalsprache der Kaschuben fand so bereits seinen Weg in die polnische Verfassung.

Das Oberschlesische wäre dann in Polen, neben dem Kaschubischen, eine weitere anerkannte westslawische Regionalsprache. Eine ähnliche Rolle spielt heute schon das aus der gleichen Sprachfamilie stammende Sorbisch – Wendische in Deutschland.

So könnte die Anerkennung der schlesischen Sprache und Kultur Deutschland und Polen einen weiteren Schritt einander näher bringen und das schon gute freundschaftliche Verhältnis beider Staaten stärken. Schließlich ist rund 25 % der oberschlesischen Sprache (Godka) deutschen Ursprungs. Zudem leben ca. eine Million Oberschlesier als Spätaussiedler in der Bundesrepublik.

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